Glossar A–Z
Padel-Glossar
Das Padel-Glossar erklärt 18 Begriffe rund um Padelschläger und Schläge – von Balance, Sweetspot und EVA-Kern bis Bandeja und Víbora. Jeder Begriff ist in ein, zwei Sätzen definiert, mit Wirkung aufs Spiel, Bezug zur Schlägerwahl und Quellen.
Stand:
A
- Antivibrationssystem
- Ein Antivibrationssystem ist eine Konstruktion im Padelschläger, die Schwingungen beim Treffen dämpfen soll, bevor sie Hand und Arm erreichen. Hersteller nutzen dafür elastische Einsätze im Griff, besondere Kernlagen oder Elemente im Rahmen. Ziel ist mehr Komfort, vor allem bei Treffern außerhalb des Sweetspots. Unabhängige Belege für die Wirkung sind selten.
B
- Bajada
- Die Bajada, vollständig Bajada de pared, ist ein Angriffsschlag im Padel, den du spielst, nachdem ein gegnerischer Lob von deiner Rückwand abgeprallt ist. Statt den Ball defensiv zurückzuspielen, schlägst du ihn im Herunterfallen hart. So wird aus einer Abwehrsituation ein Angriff. Der Name bedeutet auf Spanisch „Abstieg von der Wand“.
- Balance
- Die Balance eines Padelschlägers beschreibt, wo sein Schwerpunkt liegt, also wie das Gewicht zwischen Griff und Kopf verteilt ist. Hersteller unterscheiden meist niedrige, mittlere und hohe Balance. Eine hohe Balance heißt kopflastig und bringt mehr Wucht, eine niedrige Balance heißt grifflastig und macht den Schläger wendiger.
- Bandeja
- Die Bandeja ist ein Überkopfschlag im Padel, der mit Schnitt und Kontrolle statt mit voller Kraft gespielt wird. Der Name kommt aus dem Spanischen und bedeutet „Tablett“. Ziel ist, nach einem Lob die Position am Netz zu halten und den Ball so zu platzieren, dass er nach der Rückwand möglichst flach bleibt.
C
- Carbon 3K, 12K, 18K
- 3K, 12K und 18K geben an, wie viele tausend Kohlefaser-Filamente in einem Faserbündel des Carbongewebes stecken: rund 3.000, 12.000 oder 18.000. Das K steht für Kilo. Die Zahl beschreibt das Gewebe der Schlagfläche, nicht die Qualität des Schlägers. Über Härte und Power sagt sie allein wenig aus.
- Chiquita
- Die Chiquita ist ein weicher, langsamer Schlag im Padel. Du spielst ihn knapp über das Netz vor die Füße der Gegner, wenn diese am Netz stehen. Sie soll den Gegner zu einem schwierigen Volley von unten zwingen. So gewinnt das eigene Team Zeit, um selbst ans Netz vorzurücken.
D
- Diamantform
- Die Diamantform ist eine Schlägerform, deren Fläche nach oben gezogen ist und die an eine Raute erinnert. Der Sweetspot liegt weit oben, die Balance ist meist kopflastig. Diamant-Schläger liefern bei Schmetterbällen viel Power, verzeihen Fehltreffer aber am wenigsten. Sie eignen sich vor allem für erfahrene, offensive Spieler.
E
- EVA
- EVA (Ethylenvinylacetat) ist ein fester, elastischer Schaumstoff, aus dem der Kern der meisten Padelschläger besteht. Je nach Dichte wirkt ein EVA-Kern weich oder hart. Harte EVA bringt Kontrolle und Power bei schnellen Bällen, weiche EVA beschleunigt den Ball schon bei langsamen Schlägen und fühlt sich komfortabler an.
F
- Foam
- Foam bezeichnet bei Padelschlägern einen weichen Schaumstoffkern, der als Alternative zu EVA verbaut wird. Er ist nachgiebiger, beschleunigt den Ball auch bei langsamen Schlägen und dämpft Stöße spürbar. Foam gilt als komfortabel und einsteigerfreundlich, ist laut Fachquellen aber weniger haltbar als EVA und bietet bei harten Schlägen weniger Kontrolle.
G
- Glasfaser
- Glasfaser (Fiberglas) ist ein Faserverbundmaterial für die Schlagfläche von Padelschlägern. Sie ist weicher und flexibler als Carbon, verzeiht Fehltreffer eher und fühlt sich komfortabler an. Dafür bringt sie bei schnellen Schlägen weniger Power und gilt als weniger haltbar. Glasfaser findet sich vor allem bei Einsteiger- und Komfortschlägern.
H
- Härte
- Die Härte beschreibt, wie stark ein Padelschläger beim Treffen nachgibt. Ein weicher Schläger beschleunigt den Ball schon bei langsamen Schlägen und fühlt sich komfortabler an. Ein harter Schläger gibt mehr Kontrolle bei schnellen Bällen und mehr Power, wenn du selbst kräftig schlägst. Die Härte entsteht vor allem durch den Kern.
K
- Kopflastig
- Kopflastig nennt man einen Padelschläger, dessen Schwerpunkt weit oben im Schlägerkopf liegt. Fachleute sprechen auch von hoher Balance. Kopflastige Schläger bringen bei Schmetterbällen viel Masse in den Ball und erzeugen dadurch mehr Power. Dafür sind sie schwerer zu kontrollieren und in schnellen Ballwechseln am Netz träger.
P
- Profil
- Das Profil ist die Dicke eines Padelschlägers, gemessen von einer Schlagfläche zur anderen. Laut Regelwerk des Weltverbands FIP darf es höchstens 38 Millimeter betragen, bei der Kontrolle gilt eine Toleranz von 2,5 Prozent. Die meisten Schläger nutzen diese Grenze aus. Ein dünneres Profil kann Gewicht sparen und das Handling verändern.
R
- Raue Oberfläche
- Eine raue Oberfläche ist eine strukturierte Schlagfläche, die durch Sand, Partikel oder 3D-Muster griffiger gemacht wird. Sie soll dem Ball mehr Reibung und damit mehr Spin geben. Das Regelwerk des Weltverbands FIP erlaubt raue und glatte Flächen gleichermaßen. Raue Flächen gelten als Standard bei vielen Modellen für Fortgeschrittene und Profis.
- Rundform
- Die Rundform ist eine Schlägerform mit gleichmäßig runder Fläche, deren Sweetspot groß ist und mittig, nah an der Hand liegt. Die Balance ist meist grifflastig. Runde Schläger verzeihen Fehltreffer, lassen sich leicht führen und bieten viel Kontrolle. Sie gelten als beste Wahl für Einsteiger und defensive Spieler.
S
- Sweetspot
- Der Sweetspot ist der Bereich der Schlagfläche, in dem ein Padelschläger den Ball am kontrolliertesten und mit der besten Energieübertragung zurückspielt. Triffst du ihn, fühlt sich der Schlag sauber und ruhig an. Triffst du daneben, verlierst du Kontrolle und spürst mehr Vibration. Größe und Lage des Sweetspots hängen vor allem von der Form ab.
T
- Tropfenform
- Die Tropfenform ist eine Schlägerform, die sich nach oben leicht verbreitert und an einen Wassertropfen erinnert. Ihr Sweetspot liegt etwas höher als beim runden Schläger, aber tiefer als beim Diamant, die Balance ist meist ausgewogen. Damit verbindet die Tropfenform Kontrolle und Power und gilt als Allround-Form für Fortgeschrittene.
V
- Víbora
- Die Víbora ist ein offensiver Überkopfschlag im Padel, der mit viel Tempo und starkem Seitenschnitt gespielt wird. Der Name bedeutet auf Spanisch „Viper“. Durch den Schnitt verändert der Ball nach dem Aufprall an der Wand seine Richtung. Babolat beschreibt die Víbora als die aggressivere Schwester der Bandeja.